Einmal Gratwanderung und nie wieder! Oder doch?

Aktualisiert: 13. Dez 2018



Es ist Samstag, der 23. Juni 2018, die Sonne scheint und drei Jungs fahren los in die Alpen um zu wandern.


Dies ist die Story von Alex, Eddy und mir, wie wir die Wanderung von Sörenberg auf's Tannhorn, über den Grat zum Brienzer Rothorn und wieder runter machten.

So ungefähr.


Wir starteten also recht früh um 7 Uhr in Freiburg und waren dann so gegen 10 Uhr in Sörenberg, dem Ausgangspunkt unserer Zweitageswanderung.

Geplant war bis etwa 18 Uhr auf das Tannhorn zu wandern, dort im Zelt zu übernachten, am nächsten Tag über den Grat bis zum Brienzer Rothorn weiter zu laufen, um dann den Abstieg vorbei am Eisee anzugehen..


Jeder hatte seinen Rucksack, seine Ausrüstung und natürlich seine Kamera dabei. Es war die erste Wanderung bei der jeder seine Kamera dabei hatte.

(Wir waren im Mai schon mal im Schwarzwald unterwegs, da hatte Alex seine Sony aber noch nicht.)

Man kann sich also denken dass wir dieses Mal damit beschäftigt waren Fotos voneinander zu machen, anstatt die wunderschöne Berglandschaft festzuhalten.

Es sind dennoch ein paar ansehnliche Fotos entstanden.



Der Aufstieg war nicht sonderlich schwierig. Größtenteils war der Weg relativ flach und wir konnten erst gegen Ende ein paar Höhenmeter (1200) zurücklegen.

Dennoch war es durch die Hitze nicht ganz ohne Schweiß zu bewältigen.

Viel schlimmer waren aber die tierischen Ortsansässigen, welche zu einem unbestimmten Zeitpunkt entschieden uns zu folgen. Bei einer Herde von 50 Tieren wurde dass dann doch irgendwann etwas unangenehm.

#Moo


Nichts desto Trotz schafften wir den Aufstieg bis auf's Tannhorn. Kurz bevor wir auf den Grat kamen mussten wir dann aber noch einmal umkehren, da es laut den Karten keine Möglichkeit mehr gab Wasser aufzufüllen und unsere Flaschen zu diesem Zeitpunkt natürlich bereits leer waren.


Ab dann begann der Spaß. Für Alex, der im Vorhinein bereits erwähnte dass er etwas Höhenangst hat, wurde die Gratwanderung doch heftiger als gedacht.

Zwar hatte ich bereits ähnliche Wanderungen gemacht, doch fiel der Grat steiler ab als Anfangs angenommen..

Wir kamen voran, wenn auch langsamer als erwartet.

Dennoch sollte die Zeit kein Problem darstellen, da wir bereits vorab großzügig geplant hatten..


Aufstieg zum Gipfelkreuz auf dem Tannhorn

Schlussendlich kamen wir dann gegen 19:30 Uhr auf dem Gipfel an.

Die Sonne stand noch hoch, jedoch entschieden wir uns dafür nicht auf dem Gipfel zu übernachten, da hier kaum genug Platz für zwei Zelte war..

Wir waren nicht alleine auf dem Tannhorn, ein Ehepaar mit Hund war bereits dort und riet uns, weiter zu laufen, da es in etwa 15min einen Weg zu einer Alm gab, und wir dort windgeschützt und bequemer nächtigen konnten.

Da die Idee mit dem Zelten auf dem Gipfel verworfen wurde, machten wir uns weiter auf den Weg, um zu der Alm zu gelangen.


Bereits auf dem Weg dorthin wurde klar, dass es nicht ganz die beste Lösung war. Unser Problem: Sörenberg, unser Startpunkt, liegt im Norden vom Grat.

Die Alm, in der wir schlussendlich übernachteten, lag südlich.

Das hieß, wir hätten am nächsten Morgen wieder auf den Grat hoch gemusst, was kein unbeachtlicher Aufstieg war.

Aufgrund der Höhenangst der beiden Anderen, war die Wanderung weiter über den Grat aber eigentlich keine Option mehr. Deshalb blieb uns noch die Möglichkeit nach Brienz runter zu laufen und von da die Bahn zum Brienzer Rothorn zu nehmen um dann von dort aus wieder nach Sörenberg zu laufen.

Die Bahn kostete aber 60CHF pro Person.

Somit blieb nur noch eine Option: Von Brienz aus über Lungern und Giswil per Anhalter oder mit Bus & Bahn zurück nach Sörenberg zu kommen.


Beides keine Musterlösungen, aber irgendwie mussten wir ja zurück zum Auto.

Wir waren also auf dem Abstieg vom Tannhorn zu dieser Alm.

Den beschriebenen Weg haben wir leider nicht gefunden, weshalb wir irgendwann einfach Quer-Feld-Ein liefen oder besser gesagt Quer-Felswand-Ein kletterten, da wir die Alm bereits sehen konnten.

Der Weg vom Grat zur Alm, wobei da eigentlich kein Weg war, bestand aus großen, losen Steinen. Was zur Folge hatte, dass sich das ein oder andere Mal einer dieser Steine löste und eine kleine Gerölllawine verursachte.

Glücklicherweise ist nichts passiert.

Der Tiefpunkt des Abstiegs war dann eine Schnee- & Eislawine.

Beängstigender Weise war diese keinen Kilometer von uns entfernt und schleuderte Kleinwagen große Eisklumpen in Richtung Tal.


Nichts desto Trotz schafften wir es bis zur Alm, die sich allerdings im Inneren als Baustelle herausstellte.

Aufgrund des Windes und der mittlerweile eisigen Temperaturen, schlugen wir trotz der Baustelle unser Nachtlager auf dem Dachboden auf.


Sei der Adler im Wind!

Bevor wir in's Bett gingen wurde noch kurz der Gaskocher angeschmissen um die weltbesten Ravioli zu kochen.

Nachdem dann alle wieder etwas im Magen hatten ging es Richtung Bett.

Da es mittlerweile bereits 22 Uhr, stockdunkel und arschkalt war.


Der nächste Morgen verlief ruhig.

Wir wachten gegen 7 Uhr auf, hatten mehr oder weniger gut geschlafen und packten recht zügig zusammen. Da wir mittlerweile den größten Teil des Wassers aufgebraucht hatten, und es auch hier keine Möglichkeit gab, die Flaschen neu aufzufüllen hatten wir es eilig..


Wir machten uns auf den Weg nach Brienz, verschwendeten dabei eine halbe Stunde, weil ich meinen Objektivdeckel nicht mehr fand, und deshalb noch mal zur Hütte zurück lief.

Natürlich war er nicht dort, sondern in der Brusttasche meiner Jacke.

Auch brauchten wir für den Abstieg länger als beschrieben und so waren wir erst gegen halb 11 in Brienz.

Unten angekommen machten wir uns bei der Touristinfo schlau, was der schnellste bzw. günstigste Weg nach Sörenberg sei.

Wir kamen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf 40 CHF pro Person .

Da auch das keine Option war, entschieden wir uns für's Trampen.

Wir standen also an die Straße, hielten den Daumen raus, sagten wir müssen nach Lungern und wurden prompt mitgenommen.

Auf der Fahrt nach Lungern erzählten wir, dass wir weiter nach Giswil und dann Sörenberg mussten. Der nette Fahrer musste in dieselbe Richtung, und nahm uns deshalb bis dorthin mit.

Klasse Kerl!


In Giswil angekommen streckten wir erneut den Daumen raus, hatten allerdings nicht so viel Glück wie beim ersten Mal und standen gute zwanzig Minuten ohne Erfolg.

Also beschlossen wir, dass Eddy (wir waren mit seinem Auto da) alleine trampt, da die Chance mitgenommen zu werden so um einiges größer ist, als zu dritt.

Das klappte dann nach weiteren zehn Minuten auch. Alex und ich warteten noch einmal etwa zwanzig Minuten bis uns Eddy dann mit dem Auto abholte und wir uns auf den Weg zurück nach Deutschland machten.


Alles in allem, eine wundervolle Erfahrung die uns allen gut getan hat.

Trotz der Höhenangst der Beiden haben wir es zurück geschafft, wenn auch nicht über die vorgesehene Route.


Geplant war rot, draus geworden ist gelb

Hier ein dickes Danke an euch Beide, Alex und Eddy, dass ihr den Blödsinn mitgemacht habt!


Auf ein weiteres Mal. Oder vielleicht auch nicht.


Bis dahin,

J

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